Antibiotika nur, wenn nötig
Über 70 Prozent aller HNO-Infekte werden durch Viren verursacht und benötigen keine Antibiotika-Therapie. Trotzdem werden Antibiotika weltweit zu häufig verordnet – mit Folgen für die natürliche Bakterienflora des Körpers, das Risiko von Resistenzbildung und unnötigen Nebenwirkungen.
In unserer Praxis gehen wir bewusst einen anderen Weg: Vor einer möglichen Antibiotika-Verordnung prüfen wir mit Schnelltests, ob tatsächlich eine bakterielle Infektion vorliegt.
Was wir testen
Je nach klinischem Bild setzen wir folgende Schnelltests ein, die in der Praxis durchgeführt werden und das Ergebnis innerhalb weniger Minuten liefern:
- CRP (C-reaktives Protein): allgemeiner Entzündungsmarker
- Procalcitonin: spezifischer Marker für bakterielle Infektionen
- Streptokokken-A-Test: bei Verdacht auf bakterielle Tonsillitis
- Mononukleose-Test: bei Verdacht auf EBV-Infektion (Pfeiffersches Drüsenfieber)
- Adenovirus-, RSV- und Influenza-Test: bei Verdacht auf typische Viruserkrankungen
Wann wir Antibiotika verordnen
Eine bakterielle Genese – und damit eine Antibiotika-Indikation – nehmen wir an, wenn die diagnostische Triade positiv zusammenpasst: erhöhtes CRP, erhöhtes Procalcitonin und passender klinischer Befund mit Fieber. Erst dann ist eine antibiotische Therapie sinnvoll.
In allen anderen Fällen behandeln wir gezielt symptomatisch, mit Verlaufskontrolle und gegebenenfalls naturheilkundlicher Begleittherapie. Damit schützen wir Sie vor unnötigen Nebenwirkungen, schonen Ihre natürliche Bakterienflora und tragen dazu bei, dass Antibiotika auch in Zukunft wirksam bleiben.
Die Schnelltests werden als Privatleistung nach GOÄ erbracht.